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Entstand 2M1207 b aus einer Planetenkollision?


2M1207 mit seinem Begleiter planetarer Masse - Credit: VLT/NACOIm September 2004 sorgte eine am VLT (Very Large Telescope) entstandene Aufnahme für großes Aufsehen. Es sollte das erste Foto eines extrasolaren Planeten sein. Denn bis dahin konnten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nur indirekt nachgewiesen werden. Eine Gruppe um Gael Chauvin stellte jedoch ein Bild eines äußerst leuchtschwachen Objekts vor, dass nur 0,77 Bogensekunden von dem Braunen Zwerg 2M1207 entfernt ist und gerade einmal ca. 7 Jupitermassen schwer sein soll. Und schließlich bestätigten weitere Untersuchungen, dass sich der entdeckte Himmelskörper tatsächlich um 2M1207 (exakte Bezeichnung: 2MASSW J1207334−393254) bewegt.

Doch 2M1207 b ist eigentlich kein richtiger Planet, denn sein Zentralgestirn ist kein Stern, sondern ein Brauner Zwerg, dennoch handelt es sich bei dem Begleiter um ein Objekt planetarer Masse. Für solche Objekte galt daraufhin die Bezeichnung PlaneMO: Planetary Mass Object. Dank einer präzisen Messung der Parallaxe, konnte die Entfernung des Systems von ca. 205 Lichtjahren ermittelt werden. Es steht im Sternbild Zentaur und gehört zu der weniger als 10 Millionen Jahre alten TW Hydrae-Sternassoziation.

Den Astronomen gab bald eine Besonderheit des Planemos Rätsel auf. Entsprechend seines Alters von vielleicht nur 8 Millionen Jahren und der angenommenen Temperatur von 1.600 Kelvin weist 2M1207 b eine zu niedrige Leuchtkraft auf. Seine Helligkeit ist im Infraroten 10-mal (entspricht zwei bis drei Größenklassen) niedriger als berechnet wurde. Wie kann nun die Differenz der zu schwachen Leuchtkraft gelöst werden? Während Mohanty et al. (Preprint: The Planetary Mass Companion 2MASS1207-3932 B: Temperature, Mass and Evidence for an Edge-On Disk) dafür eine Staubscheibe annehmen, die 2M1207 b umgeben soll, könnte das Objekt nach den Vorstellungen zweier anderer Astronomen das Nachglühen einer Kollision aus Protoplaneten darstellen.

2M1207 b als Ergebnis einer Planetenkollision - Credit: David AguilarEric Mamajek und Michael Meyer nehmen in ihrem Erklärungsmodell eine geringere Größe von nur knapp 100.000 Kilometern an, wodurch schließlich das Problem der zu schwachen Leuchtkraft gelöst werden würde. Bei dieser Größenordnung würde der Planemo 2M1207 b einer etwas kleineren und mit einer Masse von 81 Erdmassen (0,95 Saturnmassen) einer etwas leichteren Ausgabe von Saturn entsprechen. Dieser soll nun durch eine Zusammenstoß zweier Protoplaneten mit 74 Erdmassen und 7 Erdmassen entstanden sein. Wenn die Energiefreisetzung das beobachtete schwache Infrarotglühen von 2M1207 b erklärt, dann läge das Ereignis erst 60.000 Jahre zurück.

Die Facharbeit der beiden Astronomen erschien im September 2007, und am 09. Januar stellten sie ihr Szenario auf dem Winter-Meeting der American Astronomical Society in Austin, Texas, vor. Zu ihrem Ergebnis sagte Mamajek: "This is a strange enough object that it needs a strange explanation" (dt. "Ein so seltsames Objekt benötigt eine seltsame Erklärung"). Ihre Erklärung gilt als spekulativ, doch es ist ziemlich sicher, dass Objekte nachglühender Planetenkollisionen eine neue Objektklasse darstellen, auch wenn sich das Planemo 2M1207 b nicht durch dieses Modell beschreiben lässt. Mit neuen Untersuchungen, die in den nächsten Jahren möglich sein sollen, soll überprüft werden, wie groß und wie schwer die eigenartige "Planetenwelt" tatsächlich ist.

Preprint: An Improbable Solution to the Underluminosity of 2M1207B: A Hot Protoplanet Collision Afterglow

Nico Schmidt


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