
Ende letzte Woche hat die NASA bekannt gegeben, welchen Projekten sie im Rahmen ihres Discovery-Raumsondenprogramms für eine genauere Untersuchung ausgewählt hat. Dazu gehören eine Raumsonde, die die Atmosphäre der Venus untersuchen soll, eine "Sample-Return"-Mission zu einem erdnahen Asteroiden und eine dritte Raumsonde, die das Gravitationsfeld und die Massenverteilung des Erdmondes vermessen soll. Doch neben diesen neuen Projekten wurden auch Vorschläge für die Weiterverwendung von anderen Raumsonden für eine vertiefte Untersuchung ausgewählt. So soll etwa die Raumsonde Deep Impact, die letzten Frühling den Zusammenstoss zwischen einem (menschgemachten) Impaktor und einem Kometen beobachtete, weiterverwendet werden und auf ein Rendevouz mit einem weiteren Kometen geschickt werden. Interessant ist allerdings auch ein Projekt, das die Sonde während ihres Fluges zu diesem zweiten Kometen durchführen könnte: Die Suche nach Extrasolaren Planeten von Erdgrösse. Eine Kamera an Bord von Deep Impact, die aufgrund eines Konstruktionsfehlers nur verschwommene Bilder aufzeichnen kann, spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie geht das?
Die Kamera ist für die Aufnahme gestochen scharfer Bilder nicht geeignet: So konnte sie nicht einmal den Krater, den der Impaktor auf dem Kometen zurück gelassen hatte, scharf abbilden. Doch für das neue Projekt ist diese unscharfe Kamera ausgezeichnet geeignet. Die Astronomen wollen die Kamera auf nahegelegene Sterne richten, von denen bekannt ist, dass sie von "Transit-Planeten" umkreist werden, also Planeten, die auf ihrer Bahn vor ihrem Stern durchziehen (von der Erde aus gesehen). Da die Kamera keine scharfen Bilder schiessen kann, wird das helle Licht des Sterns über eine viel grössere Fläche verschmiert: das heisst, es dauert länger, bis die Lichtzellen "gesättigt" werden und abschalten. Dadurch lässt sich der Stern über eine längere Zeit beobachten. Deep Impact soll dabei vor allem die Zeitpunkte des Transits des Exoplaneten genau beobachten: kommt er immer im gleichen zeitlichen Abstand oder gibt es leichte Variationen? Sind nämlich weitere Planeten im gleichen Sternsystem präsent, dann ziehen sie mit ihrer Gravitation am Transit-Planeten und können so seinen Transit etwas verzögern oder vorverlegen: nach solchen Variationen wird Deep Impact Ausschau halten. Dabei sind Entdeckungen von Planeten mit geringen Massen, bis hinunter zu wenigen Erdmassen möglich.
Sollte eine solche Entdeckung gelingen, dürfte die Raumsonde ihrem Namen gerecht werden und tatsächlich einen "Deep Impact" (Tiefer Einschlag / Eindruck) in unserem Bild der extrasolaren Welten hinterlassen.