
Mit Gl 581 c wurde durch das Genfer Suchprogramm um Michel Mayor et al. heute die Entdeckung des ersten erdähnlichen Planeten bekannt gegeben, der seinen Mutterstern in einem zirkularen Orbit innerhalb der bewohnbaren Zone umkreist ("erdähnlich" bezieht sich hierbei auf die Zusammensetzung: es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen Planeten, der wie die Erde vorwiegend aus Gesteinen - und nicht aus Gasen - besteht).
Der neue Planet ist ca. 5.1 Erdmassen schwer und sein Radius wird auf etwa das 1.5-fache der Erde geschätzt. Nach Angaben der Entdecker weist der Planet eine geschätzte Oberflächentemperatur von zwischen 0 und 40° C auf. Sollte dies der Fall sein, dürfte man vermuten, dass es auf der Oberfläche dieses Planeten flüssiges Wasser gibt, womit er zu einem Topkandidaten für die Suche nach ausserirdischem Leben werden würde.
Allerdings sind dabei einige Dinge zu beachten: Erstens handelt es sich bei den Massen, die mit der Radialgeschwindigkeitsmethode bestimmt werden, um Minimalmassen: das heisst, die Masse des Planeten könnte auch höher liegen. Zweitens sollte ein so grosser Felsplanet eine vulkanisch äusserst aktive Oberfläche besitzen (viele Vulkane, Plattentektonik?), denn je grösser ein Planet ist, desto länger kann er vulkanische Aktivität aufrecht erhalten (dies ist auch der Grund, warum es zwar auf der Erde und auf der Venus aktive Vulkane gibt, nicht aber auf dem Mond, dem Merkur und dem Mars). Ein vulkanisch aktiver Planet hat aber auch viel Kohlendioxid in seiner Atmosphäre, sofern dieses nicht, wie auf der Erde, von Lebewesen gebunden wird oder in flüssigem Wasser zu Kalksteinen ausfällt. Zu viel Kohlendioxid führt zu einem starken Treibhauseffekt und damit zu höheren Oberflächentemperaturen, die alles Wasser schliesslich verdampfen lassen. Ein solcher Planet wäre also vermutlich eher mit der Venus, als mit der Erde zu vergleichen.
Sicherheit darüber gibt es erst, wenn es möglich wird, das reflektierte Licht des Planeten direkt einzufangen: erst dann sind Temperaturabschätzungen möglich, erst dann ist es möglich, das reflektierte Licht des Planeten auf (Absorptions-)Spuren von Wasser zu untersuchen. Eine Sensation ist die Entdeckung dennoch: es ist, wie schon oben angetönt, der erste extrasolare Felsplanet, der in der bewohnbaren Zone seines Sterns kreist.
Weiter aussen im System wurde noch ein weiterer Planet entdeckt, der mindestens 8 Erdmassen aufweist und damit vermutlich auch "erdähnlich" (aus Gestein bestehend) ist.
Die beiden neuen Planeten im Katalog der Welten:
Gliese 581 c - der bisher erdähnlichste Exoplanet.
Gliese 581 d
Das discovery-paper
The HARPS search for southern extrasolar planets XI. An habitable super-Earth (5 M_Earth) in a 3-planet system ist direkt über die Extrasolar Planets Encyclopaedia erhältlich.