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Haben alle Planeten unseres Sonnensystems einen flüssigen Kern?
Ein flüssiger Kern verschwindet umso schneller, je kleiner der Planet ist, denn je kleiner er ist, desto schneller kühlt er aus. Wenn er auskühlt, kristallisiert er "von innen" her, das heisst, im Innern des flüssigen Kerns wächst ein fester Kern (Erklärung siehe unten). Der Kern der Erde besteht also aus einem festen inneren Teil, der von einem flüssigen äusseren Teil umgeben wird. Selbst der Kern der Erde ist also nicht ganz flüssig. In ferner Zukunft wird auch der übrig gebliebene flüssige Teil des Kerns der Erde erstarren (in Milliarden von Jahren).
Bei der Venus ist der Aufbau etwa gleich (sie ist fast gleich gross wie die Erde), auch Mars hat einen teilweise flüssigen Kern.Merkur muss offenbar noch einen Rest eines flüssigen Kerns besitzen (sonst hätte er kein Magnetfeld: Magnetfelder von Planeten, auch das Erdmagnetfeld, das unsere Kompasse ausrichtet, werden im flüssigen Teil des Kerns erzeugt). Der Erdmond hingegen hat keinen flüssigen Kern mehr und ist vollständig erstarrt. Das gleiche gilt für den äussersten Planeten Pluto und die vielen "Kleinplaneten" oder Asteroiden.
Bei den Gasriesen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun ist es etwas anders: Sie bestehen aus Gas, das unter dem hohen Druck im Innern immer stärker zusammen gedrückt wird, bis es erst flüssig, dann fest wird. Die Gasriesen haben also ebenfalls einen festen Kern mit einer flüssigen "Schale" darüber, wenn auch aus anderen Gründen.
Noch etwas anderes muss hier angemerkt werden: Die übliche Vorstellung vom "glutflüssigen Inneren" der Erde ist falsch. Der Mantel der Erde (also alles Material zwischen dem Kern und der Kruste, eine Schale von fast 3000 km Dicke) ist fest. Das liegt daran, dass der Druck so hoch ist, dass die Temperatur unter dem jeweiligen Schmelzpunkt von Gestein liegt. Erst kurz vor der Oberfläche gibt es "Taschen" aus flüssigem Gestein, die aber kaum mehr als 4% des Gesteins in dieser Tiefe ausmachen. Der Kern der Erde besteht jedoch aus Eisen (und nicht aus Gestein) - Eisen hat einen anderen Schmelzpunkt, und deshalb ist es überhaupt möglich, dass der äussere Kern flüssig ist. Beim Inneren Kern ist die Druck dann soweit gestiegen, dass die Temperatur wieder unter dem Schmelzpunkt liegt.
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