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Ist die Klimaerwärmung auf die Sonnenaktivität zurück zu führen?
Ich habe gelesen, das Wissenschaftler des Meteorologischen Instituts der FU Berlin die These aufstellen, das die globale Erwärmung unseres Planeten die seit Ende der sog. Kleinen Eiszeit (ca. 1850) zu beobachten ist, vor allem auf eine erhöhte Aktivität der Sonne zurückzuführen sei und das sich der durch den Menschen verursachte Schadstoffausstoss erst in einigen Jahren beginnt bemerkbar zu machen. Was kann man aus astronomischer Sicht dazu sagen?
Das ist keine einfache Frage. Tatsächlich gibt es bei der Sonne langfristige Zyklen, die den üblichen 11-Jahre-Zyklus überlagern und im Bereich von mehreren Jahrhunderten zu Klimaveränderungen führen können. Die kleine Eiszeit ist nur eine von vielen Einschnitten, die sich seit dem Ende der letzten Eiszeit vor 11000 Jahren ereignet haben.
Die Erforschung der einzelnen Zyklen der Sonne ist noch lange nicht abgeschlossen und geht ständig weiter.
Dann stellt sich natürlich die Frage, WIE sich die Sonnenaktivität auf das Klima auswirkt. Bewirkt sie etwa in einem komplizierten Regelsystem die Freisetzung von mehr Kohlendioxid, das dann wiederum zu einer Erwärmung führt? Die atmosphärische Kohlendioxidkonzentration der letzten 900000 Jahre korrelliert sehr gut mit der Durchschnittstemperatur. In diesem Fall wäre es natürlich fatal, die Klimaänderung auf die Sonne zu schieben, da sie nur über das Kohlendioxid agieren würde - und genau in diesen Prozess greifen wir direkt ein.
Aus meiner persönlichen Einschätzung würde ich diese These ablehnen: der Anstieg in der globalen Temperatur ist viel zu steil und viel zu gut mit der Zunahme des atmosphärischen anthropogenen Kohlendioxids korrelliert, als dass hier kein kausaler Zusammenhang gemacht werden könnte. Natürlich kann es sein, dass die Sonne zusätzlich die Erde aufheizt, aber den Hauptgrund für die Klimaerwärmung würde ich weiterhin vorallem im anthropogenen Treibhauseffekt suchen.
Allerdings ist der häufig zitierte Rückgang der Gletscher (z.B. in den Alpen) keine direkte Folge dieses Anstiegs: soviel ich weiss, befinden sich diese noch immer in einem Ungleichgewicht, das entstand, als die Erde nach der kleinen Eiszeit in die gegenwärtige Zeit übertrat. So gab es vor dem Mittelalter zum Teil Zeiten, in denen die Gletscher sich noch viel stärker zurück gezogen hatten als heute.
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