Ein Planet, der vorwiegend aus flüchtigen Elementen besteht.
Gasriesen oder
Gasplaneten haben eigentlich den falschen Namen: die Stoffe, aus denen sie bestehen, kommen zwar auf der
Erde in den allermeisten Fällen nur als Gase vor:
Wasserstoff und
Helium, mit Zusätzen von
Methan und
Ammoniak. Betrachtet man aber das Innere eines sogenannten Gasriesen oder
jovianischen Planeten (jovianisch = "Jupiterähnlich"), dann sieht man, dass diese Welten eigentlich "Flüssigriesen" heissen müssten - im grössten Teil ihrer Masse liegen diese "Gase" nämlich in flüssiger Form vor. Dies liegt daran, dass der Druck und die Temperatur im Innern eines Gasriesen langsam zunehmen, so dass die flüssige Form des Gases stabiler ist als die gasförmige.
In ihrer Mitte haben einige Gasriesen einen festen Gesteinskern - gerade bei
Jupiter scheint das aber nicht der Fall zu sein. Dies liegt vermutlich daran, dass Jupiter in einem Gravitationskollaps gebildet wurde, während die Gasriesen mit Gesteinskern (
Saturn, aber auch die manchmal auch als
Eisriesen bezeichneten
Planeten
Uranus und
Neptun) durch langsame
Akkretion wuchsen.
In unserem eigenen
Sonnensystem gibt es Gasriesen nur jenseits des
Asteroidenguertels, also weit weg von der Sonne. In anderen Sternsystemen finden sie sich jedoch zum Teil noch viel näher an der Sonne: diese sehr heissen (bis zu 2000°C) Gasriesen nennt man
Hot Jupiters oder, wenn sie etwas weniger massiv sind,
Hot Neptunes. Die vier Gasriesen unseres Sonnensystems unterscheiden sich auch in ihren Bahnen von den
Exoplaneten: Ihre Bahnen sind nämlich erstaunlich kreisförmig, während der durchschnittliche Exoplanet eine
Exzentrizitaet von 0.25 hat.
Siehe auch:
Planetenklassifikation.