
Das Weltraumteleskop Hubble hat den extrasolaren Planeten "Epsilon Eridani b", der den sonnennahen Stern Epsilon Eridani umkreist, bestätigt. Epsilon Eridani ist gerade mal 10.5
Lichtjahre von der Sonne entfernt. Es handelt sich um einen etwas kühleren und leichteren Stern, der gerade mal 800 Millionen Jahre alt ist. Der Planet ist schon seit den späten 90er Jahren bekannt, allerdings kannte man nur seine Minimalmasse, nicht aber seine wirkliche Masse: Dies liegt daran, dass bei der Radialgeschwindigkeitsmethode, mit der dieser Planet entdeckt wurde, das "Wackeln" des Sterns aufgrund der Gravitationskraft des Planeten beobachtet wird. Allerdings kann nur das "Wackeln" auf die Erde zu und von ihr weg genau analysiert werden. Um die wahre Masse des Planeten zu kennen, müsste man auch das "Wackeln" in den anderen Dimensionen (in der Ebene senkrecht zur Beobachtungslinie Erde-Stern) messen können. Dies hat nur das Hubble-Teleskop erledigt: Über mehrere Jahre hat es die Bewegung des Sterns am Himmel nachgezeichnet. Die Kombination der Hubble-Daten mit den Radialgeschwindigkeitsmessungen brachte schliesslich den Erfolg.
Nun hat sich auch ergeben, was viele schon zuvor erwartet hatten: Der Planet kreist ziemlich genau in der gleichen Ebene wie die riesige Trümmerscheibe (eine Art
Kuipergürtel), die Epsilon Eridani umgibt. Diese ist rund 30° gegen die Sichtlinie zur Erde geneigt, das selbe gilt nun also auch für den Planeten. Der Gasriese hat etwa die anderthalbfache Jupitermasse und umkreist seinen Stern auf einer extremen Bahn, die ihn bis auf etwa 1
AU an Epsilon Eridani heran bringt, worauf er sich dann wieder auf fast 6 AU entfernt. Erdähnliche Planeten in diesem System sind daher unwahrscheinlich, ihre Bahnen würden ständig gestört.
Im Jahr 2007 schliesslich könnte der Planet seinem Stern so nahe kommen, dass er genügend Licht zurück wirft, um von Hubble direkt beobachtet zu werden.
Im Epsilon Eridani Sternsystem wird noch ein weiterer Planet vermutet, der seinen Stern in grosser Entfernung umkreist. Dieser soll etwa ein zehntel so schwer wie Jupiter (oder doppelt so schwer wie Neptun) sein und für die Wellen und Lücken in der Staubscheibe verantwortlich sein.
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Eintrag zum Planeten im Katalog der Welten
Matthias hat am 01.11.2006 12:18:25 geschrieben...
Die bewohnbare Zone von Epsilon Eridani dehnt sich etwa von 0.5 bis 1 AU aus. Das ist sehr nahe an den 1 AU Perihelentfernung von Epsilon Eridani b. Resonante Bahnen treten vor allem bei tiefen Verhältnissen (z.B. 1:3, 2:3, 3:5, auch 3:7 wird beobachtet) auf, darüber sind die Störungen durch andere Planeten oft zu stark. Ein terrestrischer Planet hätte wohl eine Umlaufperiode von unter einem Jahr, womit z.B. ein Resonanzverhältnis von 1:10 erforderlich wäre. Das heisst, der hypothetische terrestrische Planet macht zehn Umläufe, während der grosse Gasriese einen macht. In einem Jahr bewegt sich der Gasriese aber nicht sehr weit auf seiner Bahn, weshalb der terrestrische Planet trotz der Resonanz immer wieder in die (relative) Nähe des Gasriesen kommt. Ich denke, ein solcher Planet ist zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber doch sehr unwahrscheinlich.
Jan hat am 31.10.2006 20:20:15 geschrieben...
Hallo, im Artikel steht, dass erdähnliche Planeten sehr unwahrscheinlich sei. Wäre es evtl. möglich, dass ein erdähnlicher Planet in einer bestimmten X:Y-Bahnresonanz zu Eps Eri b steht, die ihm eine sichere Bahn garantiert?
Gruß Jan