
Die amerikanische Raumsonde MESSENGER ist am Montag Abend nahe am Planeten Merkur vorbei geflogen. Es ist der erste Besuch einer Raumsonde bei diesem Planeten seit 30 Jahren. Damals hatte die Raumsonde Mariner 10 etwa die Hälfte der Oberfläche des innersten Planeten fotografiert, der Rest der Oberfläche blieb einer näheren Betrachtung verbrogen (auch wenn es gelegentliche Beobachtungen mit Radarteleskopen gab, die es aber von der Auflösung her niemals mit Fotos einer Raumsonde aufnehmen können) - bis jetzt.
Merkur sieht auch auf diesen neuen Bildern dem Mond sehr ähnlich, allerdings gibt es einige Unterschiede. Während sich auf dem Mond helle Hochländer mit dunklen Lavaebenen (die sogenannten Maria) abwechseln, ist Merkur vergleichsweise eintönig - Änderungen in der mittleren Oberflächenhelligkeit sind subtil. Es sind auch einige Krater mit "Strahlen" zu erkennen, wie es sie auch auf dem Mond gibt. Im Unterschied zum Mond gibt es auf dem Merkur aber eine grosse Menge von Brüchen, die sich über viele Kilometer hinziehen (manchmal ganze Krater teilen) und die darauf hindeuten, dass der Merkur im Verlauf seiner Geschichte etwas geschrumpft sein muss, wobei seine Kruste entlang dieser Brüche brach und begann, sich zu überschieben.
Die Raumsonde MESSENGER wird diesen Sommer nochmals nahe am Merkur vorbei fliegen, bevor sie dann im Jahr 2011 in eine Umlaufbahn um den kleinsten Planeten des Sonnensystems einschwenkt. Dann soll sie nicht nur die Oberfläche in einer bisher (für Merkur) unübertroffenen Auflösung fotografieren, sondern auch die chemische Zusammensetzung der obersten Schichten des Planeten, sein mysteriöses Magnetfeld sowie die Gründe für den hohen Eisenanteil des Planeten untersuchen.