Hypothetischer früherer Ozean auf dem Mars.
Der Oceanus Borealis ("Nördlicher Ozean") hätte in der Frühzeit des
Mars vorhanden sein können. Es gibt einige Indizien, die für diesen frühen
Marsozean sprechen, aber auch andere, die dagegen sprechen.

So zeigt der Mars eine seltsame
Dichotomie (Zweiartigkeit seiner Oberfläche): Im Süden erstrecken sich alte Hochländer mit vielen Kratern - im Norden hingegen sind viele Krater verwischt oder neueren Datums. Zudem gibt es zwischen dem nördlichen, flachen Teil und dem südlichen, hügeligen Teil eine "Klippe", die den ganzen Planeten umspannt und so etwas wie einen Kontinentalschelf des frühen Mars darstellen könnte. Der Mars hätte demnach nur einen einzigen Kontinenten gehabt, der die ganze südliche Hemisphäre sowie ein Teil der Nordhemisphäre bedeckt hätte - der Rest wäre in diesem Szenario von einem flachen Ozean bedeckt gewesen - Oceanus Borealis.
Neben der Küstenlinie und der verwischten Kratern gibt es weitere Hinweise: so enthalten die nördlichen Tiefländer relativ viel unterirdisches Wasser. Zudem führen die meisten Spuren von Fluten, die auf dem Mars beobachtet werden, in das Gebiet der nördliche Tiefebene. Berechnungen zeigen dass, würde man alles unterirdische Eis des Mars schmelzen, man tatsächlich einen Ozean auf der Nordhalbkugel erhalten würde.
Gegen einen Oceanus Borealis spricht, dass die genannte, vermeintliche "Küstenlinie" keinesfalls gleich hoch ist - sie zeigt Höhenunterschiede von bis zu 4000 Metern. Es gibt andere Hinweise, die darauf hindeuten, dass Mars schon immer kalt und trocken war - und dass es niemals grosse Mengen flüssigen Wassers auf dem Planeten gab.
Zurzeit lässt sich nicht entscheiden, dieser Ozean einst existiert hat oder nicht. Möglicherweise werden zukünftige unbemannte und bemannte Marsmissionen mehr Klarheit in diese Frage bringen.