Das Magnetfeld, das einige Planeten und Monde umgibt.
Planetare Magnetfelder werden bei vielen Himmelskörpern beobachtet, die meisten von ihnen sind vergleichsweise schwach. Ein planetenumspannendes
Magnetfeld kann verschiedene Ursachen haben. Je nach seiner Quelle werden vier Typen von Planetaren Magnetfeldern unterschieden:
Dynamisch
Ein dynamisches Magnetfeld entsteht als Folge des sogenannten "Dynmo-Effektes" - durch bewegte Ladungen, die sich im rotierenden Kern befinden, kommt es zum Fluss von Strom, der seinerseits ein Magnetfeld aufbaut - dieses verstärkt sich durch Selbstinduktion so sehr, dass es planetare Ausmasse annimmt. Die
Erde verfügt über ein (geo)dynamisches Magnetfeld (manchmal auch
Geodynamo genannt), das in der Wechselwirkung zwischen dem flüssigen und dem festen Eisenkern erzeugt wird. Die
Venus rotiert hingegen zu langsam, um einen Geodynamo zu betreiben, zudem macht ihr fester Kern wahrscheinlich einen grösseren Teil des Gesamtkerns aus - das Magnetfeld der Venus ist deshalb sehr klein.
Mars,
Erdmond und
Merkur hingegen sind zu klein und deshalb zu kalt, um einen Geodynamo zu betreiben, das gleiche gilt für die
Monde der
Gasriesen. Die Gasriesen
Jupiter,
Saturn,
Uranus und
Neptun verüfgen über Planetare Magnetfelder, wobei jenes von Jupiter mit Abstand das stärkste im
Sonnensystem darstellt (es ist stärker als jenes der Sonne!). Vermutlich wird dieses massive Feld durch den metallischen Wasserstoff im Jupiterkern gespeist. Danach folgt Neptun, an dritter Stelle bereits das
Erdmagnetfeld. Erst danach folgen die schwächeren Planetaren Magnetfelder von Saturn und Uranus.
Induziert
Induzierte Felder entstehen, wenn elektrische Leiter durch ein starkes Magnetfeld bewegt werden. Dies ist im Fall der Jupitermonde
Europa,
Ganymed und
Kallisto der Fall: Unter dem Eis verbergen sie vermutlich einen
Subeisozean, der viele Salze (Ionen) enthält - diese führen zu einem schwachen Planetaren Magnetfeld, das jenem Jupiters genau entgegen gepolt ist.
Inhärent
Starke Magnetfelder können in abkühlenden Gesteinen eine bevorzugte Ausrichtung magnetischer Mineralien wie Hämatit bewirken. Nach der Auskühlung dieses Gesteins behalten die Mineralien diese Ausrichtung bei und erzeugen so ihr eigenes, schwaches Magnetfeld, auch wenn das äussere Magnetfeld längst verschwunden ist. Solche schwachen "inhärenten" (vererbten) Magnetfelder, die meist lokal stark begrenzt sind, finden sich auf dem Erdmond und auf dem Mars.
Thermoelektrisch
Um das ungewöhnliche und unerwartet starke Planetare Magnetfeld Merkurs zu erklären, wurde ein neues Magnetfeld-Modell vorgestellt. Gemäss diesem führen die starken Temperaturunterschiede zwischen der Nacht- und der Tagseite zu einem schwachen Strom, der zur Bildung eines Magnetfeldes führt.