Regel, mit der sich die Abstände der Planeten im Sonnensystem abschätzen lassen.
Die Titius-Bodesche Regel wurde von den Astronomen Johann Titius und Johann Bode entwickelt und beschreibt mit einer einfachen Formel die Abstände der Planeten voneinander.
Die Entfernund D(n) des n-ten Planeten von der Sonne berechnet sich folgendermassen (normiert auf den Abstand der Erde):
D(n) = 0.4 + 0.3 * 2^n
Dabei muss für Merkur für n "Minus Unendlich" eingesetzt werden, das heisst, der hintere Term fällt weg, D(Merkur) ist dann 0.4. Für die Venus wird n=0 gesetzt, für die Erde n=1, für Mars n=2 und so weiter.
Mit n=3 wird ein Planet mit einem Abstand von 2.8
AU vorher gesagt, also mitten im
Asteroidenguertel. Dies ist der Grund dafür, warum lange nach diesem "verlorenen" Planeten gesucht wurde - schliesslich wurde am Neujahrsmorgen des Jahres 1801 der Asteroid
Ceres entdeckt. Wie Pluto galt er erst auch als "Planet", bis entdeckt wurde, dass er Teil eines ganzen Gürtels von ähnlichen (aber kleineren) Objekten ist.
Für grosse Abstände stimmt die Regel nicht mehr, so etwa für Neptun und Pluto.
Es ist nicht bekannt, ob die Titius-Bodesche Regel einen physikalischen Hintergrund hat. Es wird vermutet, dass sie ihren Ursprung in den einfachen Verhältnissen der
Perioden (Umlaufzeiten) der
Planeten um die Sonne hat. So macht zum Beispiel Merkur fünf Umläufe um die Sonne, während die Venus eine macht - durch solche (physikalisch erklärbaren) Verhältnisse ist es kein Wunder, wenn sich am Schluss eine exponentielle Regel zu den Abständen bilden lässt. So lassen sich auch ähnliche exponentielle Gesetze für extrasolare Planetensysteme, mit anderen Zahlen erzeugen.