
Die Entdeckung des vierten mit dem
TrES (Trans-atlantic Exoplanet Survey)-Suchprogramm gefundenen extrasolaren Planeten wurde Anfang dieser Woche bekanntgegeben. Mit dem am Lowell-Observatorium stationierten
PSST (Planet Search Survey Telescope), welches eigentlich nur eine Canon mit 300mm Brennweite ist, fiel im Mai 2006 eine winzige Helligkeitsänderung bei einem etwa 1.400 Lichtjahre entfernten Stern im Sternbild Herkules auf. Nach Auswertung der Daten war klar, dass sie durch ein Objekt planetarer Masse verursacht wurde.
Mit Folgebeobachtungen sollte das neue Exoplanetensystem detaillierter untersucht werden. Es stellte sich heraus, dass der Planet nur 0,8 Jupitermassen schwer ist, wobei sein Planetenradius 1,67x größer ist als der Jupiters. Das macht
TrES-4 zum größten bekannten Planeten (240.000 km) und zugleich zum Planeten mit der geringsten Dichte (0,2 g/cm³). Seine Heimatsonne, die er in 3,5 Tagen einmal umkreist, ist ein Unterriese von 1,2 Sonnenmassen. Am Himmel ist der Stern 11. Größenklasse bereits mit einem 100mm-Fernrohr sichtbar.
Doch wie ist die geringe Dichte des 1.600 Kelvin heißen Exoplaneten im Verhältnis zum Durchmesser erklärbar? Die Strahlung des Zentralgestirns reicht trotz der Entfernung von nur 0,049 AE nicht aus, um den glühenden Riesenplaneten so aufzublähen, wie beobachtet. Hier versagt die gängige Theorie der Exoplanetenforscher. Vielleicht besitzt der Planet selber eine eigene Energiequelle in seinem Inneren. Und vermutlich verliert er ähnlich wie
HD 209458 b in einem riesigen Gasschweif beständig einen Teil seiner Atmosphäre.
Mit TrES-4 sind nun insgesamt 18 extrasolare Transitplaneten bekannt.
Preprint:
TrES-4: A Transiting Hot Jupiter of Very Low Density