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Transit eines heissen Neptuns


Ein neuer Transitplanet - und was für einer!Die Transit-Methode, bei der gemessen wird, wie sich das Licht eines Sterns ein bisschen abschwächt, wenn gerade ein Planet dieses Sterns vor dessen Scheibe vorbeizieht (von der Erde aus gesehen), sorgt wieder einmal für eine tolle Neuigkeit aus der Welt der Exoplaneten. Der Exoplanet GJ 436 b ist der erste "kleine" Transit-Planet: er hat "nur" etwa den Durchmesser Neptuns (zum Vergleich: alle anderen bekannten Transitplaneten sind so gross wie Jupiter oder noch grösser). Der Planet ist schon seit 2004 bekannt, doch erst in diesem Frühling gelang es Mitarbeitern der Genfer Entdeckergruppe, einen Transit zu beobachten - frühere Versuche scheiterten, wohl auch deshalb, weil der kleine Planet nur gerade 0.6% des Sternlichts abdunkelt und zudem - von der Erde aus gesehen - am "Rand" seines Sterns durchläuft. GJ 436 ist damit der erste "heisse Neptun", der vor seinem Stern durchzieht.

Ein solcher Transit-Planet ist für die Exoplanetenforschung besonders wertvoll: Anhand des Sternlichts, das die Atmosphäre des Planeten durchläuft, lässt sich herausfinden, aus welchen Verbindungen diese zusammengesetzt ist. Aber schon aus der Grösse des Planeten können die Forscher Schlüsse auf den inneren Aufbau des Planeten ziehen: Mit 25000 km Radius ist er ziemlich genau gleich gross wie der Planet Neptun in unserem Sonnensystem. Würde Gl 436 b aus reinem Gestein bestehen, wäre sein Radius viel kleiner, bestünde er hingegen vorwiegend aus Wasserstoff und Helium (wie Jupiter und Saturn), wäre er deutlich grösser. Aus dem beobachteten Radius schliessen die Forscher, dass der Planet entweder vorwiegend aus Wassereis plus ein bisschen Wasserstoff und Helium, oder dann aus einem Gesteinskern, einem riesigen Mantel aus superkritischem (superheissem, unter hohem Druck stehendem) Wasser und einer dichten Atmosphäre aus Wasserdampf, Wasserstoff und Helium besteht, die etwa 10% der Planetenmasse ausmacht (zum Vergleich: die Atmosphäre der Erde macht nicht einmal 0.0001% der Erdmasse aus).

Bei Gliese 436 (wie Gl 436 ausgeschrieben heisst) handelt es sich um einen schwach leuchtenden, roten Zwergstern mit rund 44% der Sonnenmasse, der rund 33 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Die Forscher wollen nun Gliese 436 genauer beobachten, um zu sehen, ob sie noch mehr Planeten finden. Einen Hinweis auf einen weiteren Planeten gibt es bereits: Die Exzentrizität (die Abweichung der Bahn von Gl 436 b von der Kreisform) des bereits bekannten Planeten ist aussergewöhnlich hoch. Sie liesse sich durch die Anwesenheit eines weiteren Planeten gut erklären.

Der Planet im Katalog der Welten:

GJ 436 b

Das Paper zur Entdeckung auf arXiv.org: Detection of transits of the nearby hot Neptune GJ 436 b

Gestern wurde zudem noch ein weiterer Transit-Planet angekündigt: TrES-3 b Dieser umkreist seinen Stern in rund 31 Stunden. Im Gegensatz zu GJ 436 handelt es sich hierbei aber um einen "herkömlichen", jupitergrossen Gasriesen mit rund zwei Jupitermassen.


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Melly hat am 10.07.2011 04:30:01 geschrieben...

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