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Der Aufstieg der Supererden


So ungefähr können Supererden aussehenIm Monat Mai hatte Christophe Lovis auf einer IAU-Tagung angekündigt, dass man 45 neue Planetenkandidaten in den kommenden Wochen und Monaten veröffentlicht wird. Im internationalen Workshop "Extra Solar Super-Earths", der im Anfang Juni abgehalten wurde, hatte man die ersten Planetenkandidaten veröffentlicht. Greg Laughlin, ein bekannter Exoplaneten-Forscher, kam an der IAU-Tagung ebenfalls teil und veröffentlichte erste faktische Ergebnisse. Dieser Artikel greift nun auf diese Einzelheiten und gibt die Informationen zu den neuen Supererden und Exoplaneten wieder, die hoffentlich bald bekannt werden.

Die letzte IAU-Tagung fand vom 19. – 23. Mai in Boston statt. Das Thema war "Transiting Planets" gewesen. Auf dieser Tagung gab Christophe Lovis bekannt, dass Hinweise auf über 45 Exoplaneten mit Massen weniger als 30 Erdmassen gemacht hätten. Zudem würden sie alle ihre Heimatsterne in weniger als 50 Tagen umkreisen. Die Messungen wurden dabei mit dem hochpräzisen Messinstrument HARPS, das sich am 3,6 Meter-Teleskop des ESO-Observatoriums auf dem 2.400 Meter hohen La Silla in Chile befindet. (Planeten.ch berichtete: Ein Dreifach-Planetensystem aus Supererden?)

Schließlich wurden auch die ersten konkreten Planetenkandidaten auf dem internationalen Workshop Extra Solar Super-Earths vorgestellt. Dieser Workshop fand vom 16. - 18. Juni in Nances (Frankreich) statt und stand ganz im Zeichen der "Supererden". Die Exoplaneten, die dort erstmals veröffentlicht worden sind, haben in der Tat Planetenmassen, die größtenteils unter 10 Erdmassen liegen. (Planeten.ch berichtete: Fünf neue Supererden in drei Sternsystemen)

Greg Laughlin, der zu den modernen bekannten Exoplaneten-Forschern zählt, nahm an der IAU-Tagung im Mai ebenfalls teil. Er veröffentlichte in seinem erfolgreichen Blog systemic – characterizing extrasolar planetary systems die ersten konkreten Ergebnisse: Worlds worlds worlds.

Nach seinen Informationen wurde von 12 der 45 Planetenkandidaten erstes Zahlenmaterial herausgegeben. Bei diesen 12 Planetenkandidaten sind 3 Exoplaneten bereits namentlich bekannt gegeben: HD 40307 b - d. Die 9 restlichen Kandidaten werden noch anonym gehalten. Eine Liste aller möglichen Sternnamen, die von HARPS untersucht werden, kann unter http://www.astro.up.pt/~sousasag/harps_gto_catalogue.html eingesehen werden.

In den 9 restlichen Planetenkandidaten gibt es dabei 4 Planetensystem mit mindestens 2 Planeten und ein System mit nur einem Planeten. Es folgt nun eine Auflistung dieser 9 namentlich nicht bekannten Planetenkandidaten. Die einzelnen Planetensysteme sind dabei durch Leerzeilen getrennt. Zuerst wird die Umlaufzeit um den Zentralstern in Tage angegeben. Die Spanne liegt bei 2.34 Tagen – 40 Tagen. Dann kommt die Angabe der Planetenmasse in Erdmassen, die insgesamt zwischen 4.1 bis 40 Erdmassen liegen. Zum Vergleich: Neptun = 17 Erdmassen, Saturn = 95 Erdmassen. Zum Schluß kann noch in einigen Fällen die Angabe der Bahnexzentrizität erfolgen. Hier nun die Liste:

Planet 1: 2.34 Tage, 5.8 Erdmassen
Planet 2: 4.08 Tage, 22.8 Erdmassen

Planet 3: 4.22 Tage, 6.1 Erdmassen
Planet 4: 22.8 Tage, 38.3 Erdmassen

Planet 5: 3.8 Tage, 4.1 Erdmassen
Planet 6: 35.6, 40 Erdmassen

Planet 7: 7.44 Tage, 10 Erdmassen, 0.65 ecc
Planet 8: 45 Tage, 20 Erdmassen, 0.23 ecc

Planet 9: 39 Tage, 10 Erdmassen, 0.5 ecc

Wie man an den Daten erkennt, handelt es sich bei den Planetenkandiaten überwiegend um Hot Neptuns. Wenn man sich die Massen genauer betrachtet, dann erkennt man, dass zudem bei 5 Planetenkandidaten die Minimalmassen unter 10 Erdmassen liegt. Das erklärt auch, weshalb der internationale Workshop Extra Solar Super-Earths ganz im Zeichen der "Supererden" stand. Doch man wird sich fragen, warum nun plötzlich so viele "Supererden" entdeckt werden. Die Gründe sind z. B.:

* Die Messgenauigkeit kann in einigen Fällen verbessert werden, wodurch auch Planeten mit kleinerer Masse entdeckt werden.
* Bei langperiodischen Planeten benötigt man mehr Beobachtungszeit, um verlässliche Daten zu erhalten. Dabei fängt man auch kleinere Planeten ein.

Michael Johne

Quellen:
* Blog-Beitrag von Greg Laughlin: Worlds worlds worlds
* ESO Press Release 19/08: A Trio of Super Earths


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Beverly hat am 25.06.2008 18:04:39 geschrieben...

Die Supererden scheinen vergleichbar den Hot Jupiters zu sein - so nahe an ihrer Sonne, dass es etliche hundert Grad heiß ist. Interessant allesnfalls die Frage, ob es da Meere aus Lava gibt.

Wann kommen Supererden, auf denen es flüssiges Wasser geben kann? Ware das nicht interessanter als der x-te "hot" Planet?