
Nach der Ankündigung des ersten CoRoT-Planeten Anfang Mai
(planeten.ch berichtete), ist es still geworden um die erste Weltraummission, die mit bisher einzigartiger Präzision nach Transits ferner Exoplaneten sucht.
Die Webseiten der CoRoT-Mission sind seit Wochen hoffnungslos 'out of date'. Die Teams halten sich mit weiteren Informationen über
COROT-Exo-1 b und den Fortschritt des Projekts bedeckt. Selbst auf der Konferenz
'Extreme Solar Systems' in Santorini fielen die CoRoT-Wissenschaftler eher durch Zurückhaltung auf und heizten damit die Gerüchte an, dass CoRoT wirklich ein
'big thing' auf Lager hat.
Ende Juli gab es dann doch ein
kleines Update auf den News-Seiten der CNES. Das Weltraumteleskop ist z. Zt. in der Mitte seiner ersten
Langsequenz der Datensammlung (LRc01) mit Blick auf das galaktische Zentrum. Nach Aussage der CNES befindet sich das Instrument in einem exzellenten Zustand. Die Rohdaten der ersten Monate sind in der Datenreduktion, 12.000 Lichtkurven wurden bei
LESIA bereits bearbeitet. Das entspricht der Datensammlung eines Monats.
Mitte Oktober wird diese erste lange Datensammlung beendet sein und CoRoT wird planmässig auf sein neues Beobachtungsgebiet ausgerichtet werden. Die Komplexität des Weltraumprojekts ist insbesondere durch die gewonnene Datenmenge nicht zu unterschätzen. Neben den rein technischen Datenreduktionen sind vor allem die spektroskopischen Nachbeobachtungen zu organisieren, die mittels Radialgeschwindigkeitsmessungen Aufschluss über die Masse der identifizierten Planetenkandidaten geben müssen. Trotz eines exzellent organisierten abgestuften Konzepts der darin eingebundenen Instrumente, kann sich hier ein Flaschenhals aufbauen, der sich aus den Anforderungen ableitet, komplette Orbits vermessen zu müssen.
Das Schweigen der CoRoT-Teams dürfte sich daher aus der rationalen Abwicklung dieses hochorganisierten wissenschaftlichen Projektes erklären. Dass es auch noch ein wenig genauer geht, verdanken wir Rui Borges, der den
Blog 'SpacEUROPE' betreibt. Anlässlich eines Interviews mit
Giovanna Tinetti konnte er auch den Principal Investigator des CoRoT-Projekts
Malcolm Fridlund befragen:
"COROT is progressing according to plan. There will not be any new announcements before we have had time to write a few papers and submit them to the journals so with vacations you are talking about at least 3 months. We have a lot of exo-candidates that we are beginning to follow up from the ground (I was myself in Tenerife last week and observed one of them). But as I said above it will be some time."
Für den Herbst 2007 ist daher die erste Planetenernte von CoRoT zu erwarten. Ursprünglich waren erste veröffentlichte Ergebnisse für das Frühjahr 2008 geplant. CoRoT ist damit seinem Zeitplan voraus und für weitere Überraschungen gut.