Ein Bild des Mars, aufgenommen von der indischen Raumsonde MOM (Mangalyaan). Quelle: ISRO.

Eines Tages werden Menschen diese Welt ihre Heimat nennen

Dieses Foto wurde von der indischen Raumsonde MOM (Mars Orbiter Mission – die Inder haben ja die Angewohnheit, ihre Raketen und Raumsonden mit äusserst nüchternen Namen zu versehen… Gelegentlich wird die Sonde auch Mangalyaan genannt, was auf Sanskrit „Mars-Gefährt“ bedeutet) gemacht. Noch vor 50 Jahren hätte man über die Vorstellung, Indien könnte als erste Raumfahrtnation überhaupt gleich im ersten Anlauf eine Raumsonde erfolgreich zum Mars schicken, höchstens gelacht. Heute ist dies Realität. Was wird in 50 Jahren Realität sein? Ich denke, in 50 Jahren wird es Menschen geben, die den Roten Planeten ihre Heimat nennen. Vielleicht wird es bereits junge Menschen geben, die dort geboren sind, die die Erde nie aus der Nähe gesehen haben. Die rostroten, kalten Steinwüsten, die dünne Atmosphäre, die weissen Polkappen, die tiefen Schluchten und riesigen Schildvulkane – das, werden sie sagen, das sind wir. Hier leben wir, hier sind wir zu Hause. Und ein neues Kapitel in der langen Geschichte der Menschheit wird begonnen haben.

6 comments

  1. Wolfgang Martin says:

    Zitat:
    „Ich denke, in 50 Jahren wird es Menschen geben, die den Roten Planeten ihre Heimat nennen. “
    Ist das nicht zu viel Phantasie? Das klingt, als wenn Menschen auf dem Mars spazieren gehen wie wir derzeit auf der Erde. Bitte um Aufklärung. Danke.
    Gruß
    Wolfgang

  2. Hallo Wolfgang. Nein, nicht wie derzeit auf der Erde, wenn damit „unter freiem Himmel und ohne Druckanzug / Atemgerät“ gemeint ist. Ein solches „Terraforming“ des Mars würde wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen – und vor allem braucht es dafür erst eine grosse lokale „Kolonie“ mit einem solchen Bedarf und entsprechenden Fähigkeiten. Es ist aus meiner Sicht aber durchaus denkbar, dass man bis in 50 Jahren z.B. eine grosse Lava-Höhle ausbauen oder einen kleinen Krater überkuppeln könnte, so dass den Menschen vor Ort ein grosser, bewohnbarer Lebensraum zur Verfügung steht. 50 Jahre sind in einer sich schnell verändernden Welt eine lange Zeit!

    • Wolfgang Martin says:

      Hallo Matthias, Danke für die Antwort.
      Ich habe schon einiges von Dir (darf ich Matthias Meier so anreden?) gelesen z.B. auf Final Frontier, ich hoffe es ist der Matthias Meier dem ich gerade schreibe? und weiß dadurch das der Matthias Meier ein gescheiter Mensch ist, aber Deine Antwort hat mich schon etwas verwirrt! Lava-Höhle bauen?, Krater überkuppeln?. Ich bin ein Mensch mit, ich sag mal gutem Allgemeinwissen, aber Deine Antwort hat mich schon bisschen erschrocken. Wenn es dann mal soweit kommen sollte, was ich mir nicht denken kann, denn das Mars One Projekt wurde als gescheitert bzw. nicht machbar eingestuft, nachzulesen hier:
      http://marssociety.de/?p=2566
      dann werden es Menschen sein, die bei der Landung auf dem Mars nicht mehr auf die Erde zurückkehren werden, zumindest nach jetzigen Erkenntnissen. Ich denke, das will die Menschheit nicht. Ich denke der Mensch ist dazu nicht vorgesehen diesen Planeten Erde auf Ewigkeit zu verlassen und sich irgendwo in den Weiten des Alls eine neue Heimat zu suchen. Eigentlich ist das auch nicht notwendig!
      Als Hobbyastronom habe ich ein kleines Büchlein gelesen, mit dem Titel: „Der Tag der Astronom ist die Nacht“ und es hat mir sehr gut gefallen und wenn ich dann noch die Philosophischen Werke eines Arthur Schopenhauer in Betracht ziehe, wird mir im reifen Alter, wo ich gerade bin, klar, schau in den Himmel, freue dich an den Wundern die da geschaffen wurden und bleib noch bissel da um in den Himmel zu schauen.
      Einen Gruß aus dem Nordschwarzwald
      Wolfgang

      • Hallo Wolfgang – natürlich darfst du mich mit meinem Namen anreden und ja, final-frontier.ch ist eine andere Seite von mir. 🙂 MarsOne ist eine Sache für sich, aber die Besiedlung des Mars hängt nicht allein von MarsOne ab. Auch Elon Musk von SpaceX hat entsprechende Pläne, die wohl nochmals einige Schuhnummern grösser sind als jene von MarsOne. Und es gibt auch noch andere, die solche und ähnliche Ideen hegen.

        Ich denke, der Mensch ist zu nichts besonderem „vorgesehen“ beziehungsweise „nicht vorgesehen“. Man könnte ja auch sagen, der Mensch sei nicht für die Erde ausserhalb der afrikanischen Savanne „vorgesehen“ – und doch hat er praktisch jeden Winkel der Erde besiedelt: einfach, in dem er sich technologisch an die Erfordernisse der lokalen Umgebungen angepasst hat. Das ist beim Mars genauso denkbar, bloss dass die technologischen Erfordernisse höher sind (aber unser Technologie-Niveau ist ja auch höher). Wenn wir auf der Erde bleiben, werden wir irgendwann hier auch wieder aussterben. Wenn wir uns jedoch auf viele verschiedene Welten verteilen, dann haben wir eine viel bessere Chance, als Spezies langfristig zu überleben. Das heisst natürlich nicht, dass die Erde deshalb entvölkert würde – in der afrikanischen Savanne leben ja auch heute noch Menschen. Es wird immer die geben, die für immer auf der Erde bleiben wollen – aber diese sollten jene, die gehen wollen, nicht daran hindern!

        • Wolfgang Martin says:

          Hallo Matthias,
          „Wenn wir auf der Erde bleiben, werden wir irgendwann hier auch wieder aussterben.“
          Genauso ist es und wird wohl so bleiben, meine Meinung!
          Du sprichst weiter oben das „Terraforming“ des Mars an. Ich bin für dieses Terraforming zu ungebildet um da etwas zu sagen. Nur denke ich, das das Contra zu Terraforming, zumindest was ich gelesen habe, für mich nachvollziehbar ist.
          Z.B. steht unter Wikipedia: „Es sei unsinnig, sich Gedanken über die Bewohnbarmachung fremder Planeten zu machen, solange es nicht einmal auf der Erde gelingt, die vergleichsweise lebensfreundlichen, aber nahezu unbewohnten Gebiete in Wüsten und Steppen ökonomisch sinnvoll dauerhaft zu besiedeln“.
          Matthias, ich bin für eine weitere wissenschaftliche Diskussion zu diesem Thema, so denke ich, in meiner Grundhaltung ohne positive Gedanken, leider.
          Beste Grüße
          Wolfgang

          • Beim Terraforming geht es nicht zwingend darum, den ganzen Mars in einen gleichmässig bewohnbaren Garten zu verwandeln – das tun wir ja, wie du erwähnst, auch auf der Erde nicht. Vielmehr geht es darum, einige lebensfeindliche Eigenschaften des Mars zu verbessern. Die mittlere Temperatur erhöhen (eher sowas wie 0°C statt -55°C), die Dichte der Atmosphäre erhöhen (auf mindestens ein halbes Bar, vermutlich hauptsächlich CO2 aber evtl. auch Stickstoff, so dass die Menschen ohne Druckanzug aber immer noch mit Atemgerät herumlaufen können) und den Wasserkreislauf wieder in Gang setzen (und dann einfache Lebensformen aussetzen). Wenn der Mars in etwa so lebensfreundlich wie die Arktis/Antarktis wäre, wäre schon viel gewonnen, selbst wenn gewisse Gebiete des Mars (z.B. an den Polen) weiterhin unwohnlich blieben. Die Landoberfläche des Mars ist in etwa gleich gross wie die gesamte Landoberfläche der Erde (also ohne Ozeane). Wir würden durch das Terraforming also gewissermassen einen zweiten Planeten bekommen.

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