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Das Exoplaneten-Jahr 2007


ExoplanetDieses Jahr gibt es ein Jahresrückblick für 2007 aus der Welt der Exoplaneten-Forschungen. Folgende Höhepunkt fanden im Jahr 2007 statt:

Neuer Rekord in der Anzahl entdeckter Exoplaneten


Im Jahr 2005 wurden die bisher meisten Exoplaneten entdeckt: 37 Exoplaneten (je nach Quelle um ± 4 Stück abweichend). Mit ca. 60 entdeckten Exoplaneten weist nun aber das Jahr 2007 die höchste Anzahl an entdeckten Exoplaneten pro Jahr auf. Zusammenfassend kommt man nun auf eine Gesamtzahl von 270 bekannten Exoplaneten (nach der Extrasolar Planets Encyclopaedia von Jean Schneider).
Folgende Exoplaneten wurden im Jahr 2007 entdeckt: eps Tau b, HD 23127 b, HD 159868 b, HD 219828 b, HD 100777 b, HD 190647 b, HD 221287 b, 4 UMa b, HD 11506 b, HD 17156 b, HD 125612 b, HD 170469 b, HD 231701 b, HD 70573 b, GJ 674 b, HD 175541 b, HD 192699 b, HD 210702 b, HD 47536 c, Gliese 581 c, Gliese 581 d, HAT-P-2 b, XO-2 b, XO-3 b, CoRoT-Exo-1 b, HD 17092 b, HD 155358 b, HD 155358 c, TrES-3 b, HD 5319 b, HD 75898 b, NGC 2423-3 b, HD 167042 b, HD 43691 b, HD 132406 b, GJ 317 b, GJ 317 c, HD 171028 b, HAT-P-3 b, TrES-4 b, Gliese 176 b, HD 74156 d, V391 Peg b, HAT-P-4 b, HAT-P-5 b, HD 16175 b, HAT-P-6 b, kap CrB b, HD 156846 b, HD 4113 b, OGLE-TR-182 b, WASP-3 b, WASP-4 b, WASP-5 b, OGLE-TR-211 b, 55 Cnc f, Lupus-TR-3 b, GD 66 b, CoRoT-Exo-2 b

Lang ersehnte Datenernte von CoRoT mit enttäuschendem Resultat


Am 27. Dezember 2006 startete nach kleineren Verzögerungen das Weltraumteleskops CoRoT. Da CoRoT ein Vorreiter weiterer Missionen dieser Art ist (z.B. der NASA-Sonde Kepler), sollte CoRoT eigentlich einen maßgeblichen Anteil zur Exoplaneten-Forschung beitragen. Bereits fünf Monate nach dem Start verkündete das CoRoT-Wissenschaftsteam die erste Entdeckung des Exoplaneten CoRoT-Exo-1 b. Im Laufe der weiteren Beobachtungen von CoRot wurde es aber sill: das Wissenschaftsteam kündigte zwar im Sommer 2007 eine Veröffentlichung bisheriger Ergebnisse für den Herbst 2007 an – die so genannte "Datenernte". Als maßgebliche Informationsstelle hierfür diente der Blog spacEurope von Rui Borges. Rui Borges' Blog war sogar stets aktueller als die Informationsseite des CNES. Durch Rui Borges' Blog konnte man auch erfahren, dass die lang ersehnte Veröffentlichung der CoRot-Daten zweimal verschoben worden war und schliesslich am 20. Dezember 2007 veröffentlicht werden sollte, was auch geschah. Das Ergebnis enttäuschte: Lediglich ein neuer Exoplanet (zudem ein recht unspektaktulärer, "Heisser Jupiter") wurde bekannt gegeben: CoRoT-Exo-2 b. Gemäss der Pressemeldung wurden insgesamt tausende von Lichtkurven von bis zu 12000 Sternen aufgenommen. Die magere Ernte lässt sich nur durch den "Flaschenhals" der bestätigenden Radialgeschwindigkeitsmessungen erklären: es steht schlicht viel zu wenig Teleskopzeit zur Verfügung, um die Beobachtungen von CoRoT zu bestätigen.

Transit-Planeten sind im Aufmarsch


Im Jahr 2007 hat sich gezeigt, dass die Transit-Suchmethode weiter an Bedeutung gewinnt und immer erfolgreicher eingesetzt wird. Derzeit sind 35 Exoplaneten bekannt, die mit der Transit-Suchmethode entdeckt worden sind. Der erste solche Transit-Planet wurde im Jahr 1999 entdeckt, erst im Jahr 2002 kam ein weiterer Exoplanet hinzu. 2004 wurden sechs Exoplaneten mit dieser Methode entdeckt, 2005 nur zwei. Im Jahr 2006 waren es wieder sieben und für das Jahr 2007 sind es nun 17 Exoplaneten – ebenfalls ein kleiner Rekord.

Die Erfolgsserie von HATNet


Das Suchteam HATNet hat im Jahr 2006 seinen ersten Exoplaneten entdeckt und im Jahr 2007 fünf weitere Exoplaneten bekannt gegeben. Das Besondere an dieser Sache ist, dass im Monat Oktober innerhalb weniger Tage gleich 3 Exoplaneten bekannt gegeben wurden: HAT-P-4 b – HAT-P-6 b. Zudem fiel HAT-P-4 b ins Rampenlicht, weil dieser Exoplanet eine sehr viel geringere Dichte aufwies, als man es aus herkömlichen Masse-zu-Durchmesser-Modellen erwarten würde. Umgangssprachlich spricht man bei solchen Planeten von 'aufgeblähten' Exoplaneten. Es gibt einige Theorien, die versuchen zu erklären, warum einige Exoplaneten eine so geringe Dichte aufweisen, aber keine ist bisher schlüssig genug, dass sie auf allgemeine Akzeptanz stoßen würde.
Übrigens: In Monat November 2007 legte auch das Suchprojekt SuperWASP nach und gab ebenfalls drei Exoplaneten auf einmal bekannt. Allzu ungewöhnlich ist dies aber nicht: Zwischen den Jahren 2000 – 2002 haben die "California & Carnegie Planet Search" (G. Marcy et al.) und die "Geneva Planet Searches" (M. Mayor et al.) mehrfach sechs Exoplaneten auf einmal bekannt gegeben. Man sprach dabei früher von so genannten "Six Packs".

Neues über Atmosphären bei Exoplaneten


Mit Hilfe der beiden NASA-Weltraumteleskopen Hubble und Spitzer förderte man auch in diesem Jahr 2007 neue Erkenntnisse über die Atmosphären ferner Exoplaneten zutage.
So stieß gleich zu Beginn des Jahres 2007 ein Forscherteam um Eric Agol mit Hilfe des Weltraumteleskops Spitzer auf ein interessantes, atmosphärisches Phänomen: Bei den Exoplaneten 51 Pegasi b, HD 179949 b und HD 209458 b entdeckten sie, dass die atmosphärischen Oberflächentemperaturen auf Tag- und Nachtseite bei konstanten 925 Grad Celsius liegen. Sie vermuteten daher, das schnelle Winde in den Atmosphären der Exoplaneten für einen annähernd konstanten Temperaturausgleich sorgen.
Ebenfalls zu Beginn des Jahres 2007 konnten drei Forscherteams unabhängig voneinander nachweisen, dass die Atmosphären von Exoplaneten staubiger und trockener sein könnten, als bisher angenommen. Im Klartext hieß dies, dass die drei Forscherteams mit Hilfe von Spitzer Spuren von Silikaten in den Atmosphären der beiden Exoplaneten HD 209458 b und HD 189733 b nachweisen konnten, aber keine Spuren von Wasser, wie ursprünglich erhofft. Die Astronomen vermuteten, dass Wasser trotzdem in den tiefergelegenen Wolkenschichten der Atmosphären vorhanden ist – dorthin, wo die Sensoren von Spitzer nicht hinreichen.
Schließlich klappte es doch und man konnte zumindest bei HD 209458 b Hinweise auf Wasser (korrekter: Wasserdampf) finden. Diesen Triumph verdankte man Travis Barman. Er verglich archivierte Daten von HD 209458 b, die einige Zeit zuvor mit Hubble gemessen worden waren, mit der Daten von aktuellen atmosphärischen Modellen extrasolarer Planeten. Durch einen direkten Vergleich beider Ergebnismengen konnte er die Wasserabsorption nachweisen.
Und zum Schluß steht der Exoplanet HD 189733 b wieder im Rampenlicht, der im Jahr 2007 recht häufig unter die Lupe genommen wurde. Der bekannte Astronom und Planetenjäger David Charbonneau konnte bei HD 189733 b eine Art primitive Temperaturverteilungskarte anfertigen. Aus dieser Karte konnte er sogar schlußfolgern, dass sich HD 189733 b in einer gebundenen Rotation zu seinem Zentralstern befindet. Da der heisseste Punkt auf dem Planeten nicht genau dort lag, wo das Sternlicht senkrecht einfällt, sondern etwas seitlich davon verschoben, schliesst man nun auf heftige Winde in der Atmosphäre des Planeten. Schließlich gelang es auch noch dem Planetenjäger Frédéric Pont bei HD 189733 b eine staubige und somit sprichwörtlich schleierhafte Atmosphäre nachzuweisen, die in dieser Hinsicht mit der Atmosphäre des Saturnmonds Titan vergleichbar ist. Weiterhin konnte er frühere Untersuchungen an HD 189733 b bestätigen.

Fünfter Exoplanet bei 55 Cancri


Erstmals wurde in einem extrasolaren Planetensystem ein fünfter Exoplanet entdeckt. Dabei handelte es sich um 55 Cancri f. Es ist ein 0.144 Jupitermassen schwerer Exoplanet, der seinen Zentralstern in einer Entfernung von 0.781 AU auf einer leicht exzentrischen Bahn (e=0.2) umkreist. Der erste Planet in diesem extrasolaren Planetensystem wurde bereits im Jahr 1996 entdeckt, zwei weitere Exoplaneten kamen im Jahr 2002 hinzu und der vierte Exoplanet wurde schließlich 2004 bekannt gegeben. Eine stabile "Lücke" im Planetensystem von 55 Cancri, in der noch ein weiterer Planet seine Bahn ziehen könnte, lässt vermuten, dass hier in den nächsten Jahren eine weitere Entdeckung anstehen könnte.

Zwei fast "erdähnliche" Exoplaneten bei Gl 581 entdeckt


Als eine anfänglich großartige Sensation wurde die Entdeckung des nur 5.1 Erdmassen schweren Exoplaneten Gl 581 c hingestellt, der in der habitablen Zone seines Sterns kreist. Weiter aussen kreist in diesem System ein zweiter Exoplanet, Gl 581 d, mit ca. 8 Erdmassen. Zu Beginn wurde beim Exoplaneten Gl 581 c von einem erdähnlichen Planeten mit möglicherweise lebensfreundlichen Bedingungen gesprochen. Später, unter Einbezug der Atmosphäreneffekte, korrigierte man aber die anfänglichen Aussagen - Gliese 581 c ist nur unter sehr glücklichen Umständen wirklich "lebensfreundlich". Der weiter aussen liegende Planet Gl 581 d wird nun aber als möglicherweise lebensfreundlich gehandelt.
Nichtsdestoweniger zeigt sich aber, dass die Planetenjäger sich Jahr für Jahr immer mehr der Entdeckung eines "echten" erdähnlichen Exoplaneten nähern, da die untere Nachweisgrenze der Planetenmasse immer kleiner wird.

Das kommende Jahr wird wieder ganz spannend werden, da hier nun alle Karten neu gemischt sind: Was wird CoRoT beitragen? Wird der Rekord in der Anzahl entdeckter Exoplaneten erneut gebrochen werden? Hat die Transit-Suchmethode weiterhin Erfolg? Und welche Entdeckungen werden unsere "irdischen" Planetenjäger wieder beitragen?

Für das Jahr 2007 danke ich auch wieder für die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Redaktion von Planeten.ch und wünsche allen anderen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2008.


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Diandra hat am 10.07.2011 11:51:21 geschrieben...

Boy that ralely helps me the heck out.