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Kleinster Exoplanet mit Microlensing entdeckt


Ein Gesteinsplanet umkreist einen Braunen Zwerg - Credit: NASADiese Woche läuft das halbjährlich stattfindende Meeting der AAS (American Astronomical Society), diesmal in St. Louis, Missouri. Mit einer Pressekonferenz wurde gestern Abend die Entdeckung eines 3,3 Erdmassen schweren Exoplaneten der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Masse des Zentralgestirns liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit unterhalb von 80 Jupitermassen bzw. um die 60 Jupitermassen, was für einen Braunen Zwerg spricht. Aufgrund seiner geringen Masse herrschen in seinem Kern nicht die nötigen Bedingungen, um das nukleare Feuer der Kernfusion zu entzünden. Braune Zwerge bilden daher ein Bindeglied zwischen Sternen und Planeten. Und deswegen ist der neu entdeckte Exoplanet per definitionem kein Planet, sondern sollte eigentlich als PlaneMO (Planetary Mass Object) bezeichnet werden.

Entdeckt wurde MOA-2007-BLG-192-Lb, so die Bezeichnung des Planeten (bzw. Planemos), im Sternbild Schütze, mit Hilfe der Microlensing-Technik. Gerade mit diesem Verfahren lassen sich besonders massearme Planeten - vermutlich Gesteinsplaneten wie Erde, Mars und Venus - finden, mit dem großen Nachteil, dass sie nicht näher studiert werden können, da das Signal der fernen Welt nur von kurzer Dauer ist. Während vor einem weit entfernten Stern zufällig ein näherer vorbeizieht, kann dieser eine Mikrolinse erzeugen. Dabei wird das Licht des dahinterliegenden Sterns kurzzeitig verstärkt, so dass im fokussierten Licht ein Signal eines umlaufenden Himmelskörpers - etwa ein Planet - auftauchen kann. Dadurch wird klar, warum ein entdeckter Microlensing-Planet nur einmalig beobachtet werden kann. Das neue Planetensystem befindet sich mehr als 3.000 Lichtjahre entfernt, der Abstand des Planeten zu seinem Stern beträgt 0,62 AE (Astronomische Einheiten, Abstand Sonne-Erde). In unserem Sonnensystem läge seine Umlaufbahn genau mittig zwischen der von Merkur und Venus.

In der Nacht des 24. Mai 2007 wurde im Microlensing-Ereignis MOA-2007-BLG-192 das Signal des Planeten aufgespürt. Registriert wurde es mit der MOA-cam3, einer 80 Megapixel-Weitwinkel-Digitalkamera, mit der sich die 11-fache Vollmondfläche abdecken lässt. Mit einem speziellen Kühlsystem werden die 10 CCD-Chips konstant bei einer Temperatur von -80°C gehalten. Montiert ist sie am 1,8 Meter-MOA II-Teleskop des St. John Observatory in Neuseeland; damit kann die Kamera innerhalb einer Stunde die 250-fache Fläche des Vollmonds (bzw. 8° Durchmesser) am Himmel im Auge behalten. MOA-2007-BLG-192-Lb ist der siebte extrasolare Planet, der mit dem Mikrolinsen-Suchverfahren gefunden wurde, doch leider sind einige Parameter zu ungenau bestimmt worden. Die Fehlerwerte in der Planetenmasse liegen etwa bei 3,3 (+4,9/-1,6) Erdmassen, wodurch man leider nicht mit Sicherheit von einem neuen Rekord sprechen kann. Trotzdem werden Beobachtungen mit dem VLT in Chile und/oder dem Weltraumteleskop Hubble folgen, um die Masse des Zentralgestirns genauer zu bestimmen.

Preprint: A Low-Mass Planet with a Possible Sub-Stellar-Mass Host in Microlensing
Event MOA-2007-BLG-192


Pressemeldung: MOA-2007-BLG-192Lb: A Low-Mass Planet with a Possible Sub-Stellar-Mass Host

Nico Schmidt


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