
Kataklysmische Veränderliche sind sehr enge Doppelsterne, in denen Materie von einem massearmen Stern auf ein massives Objekt überströmt. Dadurch gewinnt der Primärstern Drehimpuls, so dass sich seine Rotationsperiode erhöht. Dies ist der Motor, mit dem alte Pulsare wieder beschleunigt bzw. "wiedergeboren" werden.
Vor wenigen Monaten, am 07. Juni 2007, wurde mit dem Weltraumteleskop Swift eine neue Röntgenquelle im Sternbild Schütze entdeckt. Weitere Untersuchungen zeigten schließlich, dass es sich um einen Millisekundenpulsar handelt. Der kompakte Überrest eines massereichen Sterns rotiert in 5,5 Millisekunden einmal um sich selbst. Außerdem stellte sich heraus, dass er von einem substellaren Begleiter umkreist wird. Er befindet sich in einem Abstand von 370.000 Kilometer (ca. eine Mondentfernung) und umrundet den extrem schnellen Pulsar in nur 55 Minuten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in einem Materiestrom Gas des Begleiters auf den Pulsar überströmt.
Das Erstaunliche ist nun die Masse des Begleiters, die zwischen 7 und 31 Jupitermassen liegen muss. Bei der oberen Grenzmasse wäre er weniger als 100.000 Kilometer groß, wobei der Pulsar nur 20 oder 30 Kilometer klein ist. Ausgehend von diesem berechneten Massenbereich könnte es sich bei dem massearmen Partner also um einen Braunen Zwerg oder sogar um einen Planeten handeln, doch scheinen hier die bekannten Sternmodelle zu versagen. Weitere Untersuchungen werden hoffentlich zeigen, ob das substellare Objekt bei SWIFT J1756.9-2508, so die Bezeichnung des Systems, ein Planet ist.
Preprint:
Discovery of the accretion-powered millisecond pulsar SWIFT J1756.9-2508 with a low-mass companion