Planeten.ch
Startseite Katalog der Welten Infos & Lexikon Fragen? Links und Quellen
Katalog der Welten
8 Planeten
176 Monde
67 Zwergplaneten
446 Exoplaneten
24 Braune Zwerge

Zum Katalog

Lexikon-Suche

Quicklinks
Startseite
Willkommen
Unser Sonnensystem
Alle Exoplaneten
Einführungsartikel
Astrolexikon
Fragen stellen

Kommentare vom Rand des Universums

Get Firefox!
Home > Startseite > Newsarchiv

Ein Dreifach-Planetensystem aus Supererden?


Das 3,6 Meter-Teleskop, an dem HARPS arbeitet - Credit: ESOWährend die Erforschung von Transitplaneten dank erdgebundener und im Weltraum stationierter Teleskope wie Spitzer, CoRoT, HST und EPOXI mit großen Schritten vorwärts geht, ist die Radialgeschwindigkeitsmethode scheinbar in den Hintergrund getreten. Doch mit einer großen Studie meldet sie sich unter der Leitung von Christophe Lovis des Genfer Observatoriums zurück. Mit dem hochpräzisen Messinstrument HARPS (High Accuracy Radial velocity Planet Searcher), dass am 3,6 Meter-Teleskop des ESO-Observatoriums auf dem 2.400 Meter hohen La Silla in Chile arbeitet, wurden in den vergangenen vier Jahren mehrere hundert Sterne überwacht. In dieser großangelegten Durchmusterung sollten Nacht für Nacht winzige Taumelbewegungen sonnenähnlicher Sterne aufgezeichnet werden. Erste Ergebnisse wurde jetzt auf einer Konferenz der IAU (International Astronomical Union) vorgestellt, obwohl man sich eine noch größere Meldung für den Juni aufspart.

Seit 2004 wurden mit HARPS 400 sonnenähnliche Sterne überwacht; damit sind Sterne im Massenbereich zwischen 0,7 und 1,2 Sonnenmassen gemeint. Dabei konnten präzise Radialgeschwindigkeiten in der Größenordnung von 0,5 bis 2,0 Meter pro Sekunde gemessen werden. Am Dienstagnachmittag letzer Woche (20. Mai) stellte Lovis nun die ersten Ergebnisse seiner Genfer Gruppe vor. In einem 15 Minuten langen Vortrag präsentierte er die aktuellen HARPS-Daten der von ihm geleiteten Studie. Zuerst berichtete er von neuen Messungen der Planetensysteme von μ Arae und HD 69830, der gleich von drei Planeten mit Neptunmasse umkreist wird. Nach den neuen Zahlen von HD 69830 könnten sich sogar Hinweise auf ein bisher unbekanntes Objekt verbergen. Danach berichtete Lovis über 45 Exoplaneten mit Massen weniger als 30 Erdmassen (Neptun = 17 Erdmassen, Saturn = 95 Erdmassen), in den Pressemeldungen werden sie als massearme Planeten bezeichnet. Zudem umkreisen sie alle ihre Heimatsterne in weniger als 50 Tagen.

Diese 45 sind lediglich nur Exoplaneten-Kandidaten, doch sollte ihre Natur bestätigt werden, könnte man daraus als Kernaussage ableiten, dass etwa ein Drittel aller sonnenähnlicher Sterne massearme Planeten besitzen würden. Acht von ihnen könnten sogar als Supererde bezeichnet werden. Diese Exoplaneten haben Massen zwischen 4 und 10 Erdmassen und sind wahrscheinlich Gesteinsplaneten mit einer festen Oberfläche. Die restlichen 37 unbestätigten Kandidaten wären mit einer Maximalmasse von 30 Erdmassen vergleichbar mit Uranus und Neptun; ihre kalten Gasatmosphären bestehen hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Wie es außerdem auf der Konferenz hieß, soll es zu einem herausragenden Planetensystem extra eine offizielle Pressemitteilung geben, die Mitte Juni kommen soll. Bei diesem System wird ein Stern gleich von drei Supererden umkreist. Nach Notizen von Greg Laughlin (siehe sein Blog-Eintrag) haben sie Massen von nur 4,3, 6,9 und 10 Erdmassen. Dieses besondere Dreifach-Planetensystem soll in etwa drei Wochen beim internationalen Workshop (Extra Solar Super-Earths) im französischen Nantes vorgestellt werden.

Science News-Artikel: Many stars, many planets

Blog-Beitrag von Greg Laughlin: Worlds worlds worlds

Nico Schmidt


zurück