
Bereits im Dezember 2007 kündigte ein Team an, bei dem auch Daniel Kubas beteiligt ist, vier neue Kandidaten für Microlensing-Planeten entdeckt zu haben (
planeten.ch berichtete). Kurz darauf berichtete Kubas in einem von ihm verfassten PDF unter anderem über eine Microlensing-Entdeckung, an der er ebenfalls mitarbeitete, einer extrasolaren Welt mit der Masse von nur zwei Erdmassen! Die Facharbeit dazu ist noch nicht publiziert worden, im Januar wurde sie erst bei "The Astrophysical Journal Letters" eingereicht. Mit der doppelten Masse der Erde kann es sich nur um einen Gesteinsplaneten handeln, weitere Beobachtungszeit des Sternsystems wurde bereits bewilligt.
Wenn ein schwacher Stern vor einem im Hintergrund liegenden Stern vorbeizieht, entsteht der als Mikrolinse bezeichnete Effekt. Der dabei als Gravitationslinse wirkende Vordergrundstern verstärkt das Licht das weit entfernteren. Bei dieser Verstärkerung kann sich sogar ein Planet bemerkbar machen. Mit der so genannten Microlensing-Methode konnten bisher vier Planeten aufgespürt werden, jüngst kamen sogar zwei weitere Microlensing-Exoplaneten hinzu (
planeten.ch berichtete). Einem internationalen Team um David Bennett soll nun die Entdeckung eines Exoplaneten mit nur der zweifachen Masse der Erde geglückt sein. Die beste Übereinstimmung ihrer Daten finden die Planetenjäger, wenn der massearme Begleiter nur zwei Erdmassen schwer ist und sein Gestirn in einem Abstand von 0,6 AE (Astronomische Einheiten, Abstand Sonne-Erde) umkreist.
Allerdings soll das ca. 4.600 Lichtjahre entfernte Heimatgestirn kein Stern sein: es ist wahrscheinlicher, dass es ein Brauner Zwerg mit 40 Jupitermassen (0,039 Sonnenmassen) ist. Braune Zwerge nehmen eine Zwischenstellung zwischen Planeten und Sterne ein. Ihr Massenbereich liegt zwischen rund 13 und 80 Jupitermassen, zu wenig, um die zentrale Energiequelle der Sterne zu zünden. Aufgrund dieser Tatsache kann der neue Planet per definitionem nicht als Planet bezeichnet werden. Für Objekte mit Planetenmasse, welche sich um Braune Zwerge bewegen, gilt die Bezeichnung PlaneMO:
Planetary
Mass
Object; das bekannteste Planemo dürfte 2M1207 b (
planeten.ch berichtete) sein. Auch wenn das neue planetenähnliche Objekt keinen Stern umkreist, so gelang mit ihm möglicherweise der Nachweis eines Planemos mit der zweifachen Erdmassen, wobei sich die Unsicherheiten in der Masse zwischen 0,7 und 4,9 Erdmassen bewegen. Genauere Daten lassen sich jedoch nicht mehr gewinnen, da es sich bei Mikrolinsen um einmalige Ereignisse handelt.
Doch für weitere Untersuchungen des Zentralgestirns wurde dem Entdeckerteam bereits nochmals Beobachtungszeit gewährt. So will man herausfinden, ob der Braune Zwerg nicht vielleicht doch ein roter Zwergstern ist. Dann würde das neue planetenähnliche Objekt einen richtigen Stern umkreisen.
Daniel Kubas' PDF:
Hunting microlensing planets with Kaos Monika (NACO)
Nico Schmidt